Eisenbahnrad der schwäbschen Eisenbahn im Museum Biberach

„Trulla, trulla, trullalla"

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Schwäbsche Eisebahne

Wer kennt es nicht, das alte, württembergische Volkslied?!

Wo Schwäbsche Eisebahne Geschichte und Erlebnis verbinden

Pioniere der Südbahn
Seit 1849 verbindet die schwäbische Eisenbahn Ulm mit Ravensburg und Friedrichshafen – nahezu in Nord-Süd-Richtung. Die Strecke ist ideal für Bahnfans und Naturgenießer, die Oberschwaben erkunden möchten. Etwa auf halber Strecke zwischen Ulm und Ravensburg liegt Biberach. Im Jahr 2021 wurde die Südbahn elektrifiziert, sodass die bisherigen Dieselzüge durch elektrische Lokomotiven und Triebwägen ersetzt werden konnten. Direkt am Bahnhof Biberach befindet sich zudem der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB), der in den kommenden Jahren umfassend erneuert und zur zentralen Verkehrsdrehscheibe Biberachs ausgebaut werden soll.

Abenteuer auf der Öchsle – für Nostalgiker
Die klassische schwäbische Dampflokomotive fährt zwar nicht mehr von „Stuegert, Ulm ond Biberach, Meckebeure, Durlesbach“, doch wer es traditionell mag, den Duft von Kohle und Schmieröl nicht abgeneigt ist und ein authentisches Eisenbahnerlebnis sucht, wird in der Nachbargemeinde Warthausen fündig: Die legendäre Öchsle-Schmalspurbahn von Warthausen nach Ochsenhausen ist heute als Museumsbahn wieder zum Leben erwacht. Dampflokfahrten führen durch malerische Landschaften und oberschwäbische Dörfer – ein unvergessliches Erlebnis, nicht nur für Bahnnostalgiker. 

 

Wichtige Ereignisse zur schwäbischen Eisenbahn

JahrEreignis
1836Planung der Strecke beginnt unter Oberbaurat Ludwig Friedrich von Gaab.
1846Baubeginn der Südbahn durch die Königlich Württembergische Staats-Eisenbahnen.
1849/50Eröffnete der Eisenbahnlinie Ulm-Friedrichshafen, die neue Perspektiven im Transportwesen schafft und somit die Wirtschaftsentwicklungsmöglichkeiten verbessern.
25.5.1849Einweihung des Biberacher Bahnhofes.
1.6.1850Vollständige Eröffnung Ulm–Friedrichshafen.
Ende 19. Jh.Entstehung des Liedes "Auf de schwäbsche Eisebahne"
1905-1913Zweigleisiger Ausbau aus kriegswirtschaftlichen Gründen.
1914Umbau Bahnhof Biberach
1960Umgestaltung zum heutigen Aussehen des Bahnhofs
2021Abschluss der Elektrifizierung. Züge können nun mit bis zu 160 km/h die Strecke befahren.
  

 

Auf der schwäbschen Eisenbahne

1. Auf de schwäbsche Eisebahne

gibts gar viele Haltstatione:

Schtuegert, Ulm und Biberach,

Meckebeure, Durlesbach.

 

Trulla, trulla, trullala,

trulla, trulla, trullala,

Schtuegert, Ulm und Biberach,

Meckebeure, Durlesbach.

 

2. Auf de schwäbsche Eisebahne

wollt emol a Bäuerle fahre,

geht an Schalter, lupft de Huet:

»Oi Billettle, seid so guet!«

 

Trulla, trulla, trullala,

trulla, trulla, trullala,

geht an Schalter, lupft de Huet:

»Oi Billettle, seid so guet!«

 

3. Eine Geiß hat er si kaufet,

und dass sie ihm net verlaufet,

bindet sie der guete Ma

an de hintre Wage na.

 

Trulla, trulla, trullala,

trulla, trulla, trullala,

bindet sie der guete Ma

an de hintre Wage na.

 

4. »Böckle, tue nuer woidle springe,

’s Futter wer’ i dir scho bringe.«

Zünd’t sei stinkichs Pfeifle a,

hockt si zu sei’m Weible na.

 

Trulla, trulla, trullala,

trulla, trulla, trullala,

Zünd’t sei stinkichs Pfeifle a,

hockt si zu sei’m Weible na.

 

5. Wia der Zug no wieder staut,

d’r Bauer nach sei’m Goißbock schaut,

find’t er bloß no ’n Kopf und ’s Soil

an dem hintre Wagedoil.

 

Trulla, trulla, trullala,

trulla, trulla, trullala,

find’t er bloß no ’n Kopf und ’s Soil

an dem hintre Wagedoil.

 

6. Da kriegt er en große Zore,

packt de Goißkopf bei de Ohre,

schmeißt en, was er schmeiße ka,

’m Konduktör an ’n Ranza na.

 

Trulla, trulla, trullala,

trulla, trulla, trullala,

schmeißt en, was er schmeiße ka,

’m Konduktör an ’n Ranza na.

 

7. »So, jetzt kannsch de Schade zahle,

warum bisch so schnell au gfahre!

Du alloi bisch Schuld do dra,

dass i d’Goiß verlaure ha!«

 

Trulla, trulla, trullala,

trulla, trulla, trullala,

Du alloi bisch Schuld do dra,

dass i d’Goiß verlaure ha!«

 

8. So, jetzt wär des Liadle g’songe.

Hot’s eich reacht in d’Ohre klonge?

Wer’s no net begreife ka,

fang’s no ’mol von vorne a!

 

Trulla, trulla, trullala,

trulla, trulla, trullala,

Wer’s no net begreife ka,

fang’s no ’mol von vorne a!

 

FAQ Schwäbische Eisenbahn

  • Wer das Lied gedichtet hat ist ebenso unbekannt wie die Frage nach dem Komponisten. Entstanden ist das Lied zwischen Mitte und Ende des 19. Jahrhunderts. Die Melodie stammt ursprünglich von einem Basler Soldatenlied aus der Zeit um 1850. 

  • Biberach an der Riß wurde am 26. Mai 1849 an das Eisenbahnnetz angeschlossen. 

    Im Jahr 1900 wurde auch ein Anschluss an das Öchsle, die Bahnstrecke von Warthausen nach Ochsenhausen geschaffen.

  • Heutzutage ist das Auto das wichtigste Verkehrsmittel. Fahrrad, E-Bike und E-Roller nehmen aber eine immer größere Bedeutung an. Die Deutsche Bahn bedient Biberach in Richtung Norden/Ulm und in Richtung Süden/Friedrichshafen zwei- bis dreimal pro Stunde. Am Bahnhof befindet sich auch der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) mit einem gut ausgebauten Nahverkehr. 
    Mitte des 20. Jahrhundert war sogar geplant, die Riß schiffbar zu machen und einen Güterhafen in Biberach zu bauen. Diese Idee wird aber nicht mehr verfolgt. 

  • Im Biberach Museum beleuchtet eine Vitrine die Biberacher Eisenbahngeschichte. 2013 fand eine Sonderausstellung statt, über die das Buch "Die schwäbische Eisenbahn" von Frank Brunecker berichtet. 
    Am Bahnhof Durlesbach (26 km südlich von Biberach) befindet sich seit 1990 eine Skulpturengruppe  von René Auer, die die zentrale Szene aus dem Lied Auf de schwäbsche Eisebahne darstellt.

  • Nein, die Südbahn von Stuttgart über Ulm, Biberach nach Friedrichshafen war nie eine Schmalspurbahn, sondern eine Vollbahn mit Normalspur (1435 mm). Im benachbarten Warthausen fährt aber noch heute die Museumsbahn "Öchsle" mit einer Spurbreite von 750 mm.

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