das nagt
Biber
Der Biber und der (B)ach
Der Biber – Baumeister der Natur
Der Eurasische Biber ist das größte Nagetier Europas – und ein echtes Naturtalent. Mit seinen kräftigen Schneidezähnen fällt er Bäume, staut Bäche auf und gestaltet ganze Landschaften neu. So entstehen Teiche, Auen und wertvolle Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.
Nach seiner fast vollständigen Ausrottung im 19. Jahrhundert ist das Biberacher Wappentier heute auch in unserer Region wieder heimisch. An Flüssen wie der Riß prägt er zunehmend das Landschaftsbild, nicht immer zur Freude der Grundstücksbesitzer. Kaum ein anderes Tier in unserer Region vermag so effektiv ganze Ökosysteme zu verändern.
Stadtwappen
Das Stadtwappen von Biberach an der Riß zeigt einen goldenen Biber auf blauem Grund. Als sogenanntes „redendes Wappen“ spielt das Tier direkt auf den Stadtnamen an und steht zugleich für Fleiß und Beständigkeit.
Bereits im 13. Jahrhundert ist der Biber in Siegeln der ehemaligen Reichsstadt belegt. Die bis heute gültige Form des Wappens wurde 1488 von Friedrich III. verliehen. Blau und Gelb sind seitdem die traditionellen Stadtfarben.
Stadt-logo
Der Slogan „klein.stark.oberschwäbisch.“ ist Teil einer Marken‑ bzw. Imagekampagne. Dabei stehen drei Begriffe im Zentrum:
klein – Biberach bezeichnet sich als überschaubare, gemütliche Kleinstadt, in der man gut leben und arbeiten kann.
stark – Die Stadt weist trotz ihrer relativ geringen Größe eine starke Wirtschaft, ein reiches Kultur‑ und Vereinsleben sowie gute Lebensqualität auf.
oberschwäbisch – Die Lage in Oberschwaben und das regionale Selbstverständnis spielen eine große Rolle
Das besondere am BC-Logo ist, dass es sich um ein freies Logo handelt. Der dritte Begriff kann wahlweise im Sloganizer ausgetauscht und verwendet werden:
Maskottchen
Der kleine Biber Tubi steht als Maskottchen für die Biberacher Stadtrallye, die extra für Kinder und Jugendliche kreiert wurde. Das Heftchen zur Rallye bekommt man in der Tourist-Information.
Reif fürs Museum
Jahrhundertelang thront eine ausgestopfter Biber über dem Ratssaal. Im konfessionell zweigeteilten Stadtrat wird er zu einem Symbol für die Belange der einen Stadt. Der Zustand des ausgestopften Tieres lässt im Lauf der Zeit zu wünschen übrig und so wird 1861 ein "Amerikanischer" angeschafft.
Heute steht das besagte Exemplar nicht mehr im Rathaus, sondern im Biberacher Museum.
Biber Safari
Seit einigen Jahren hat sich der Biber wieder wohlfühlend im schwäbischen Oberland eingelebt. Nicht immer zur Freude der Grundstückseigentümer – und so mancher stolze Baum fiel bereits dem nagenden Tier zum Opfer.
Dennoch sind sie wichtig für die Biodiversität. Biber schaffen Feuchtgebiete, Teiche und Auen, die zu den artenreichsten Biotopen gehören und Lebensräume für Vögel, Fische, Amphibien, Insekten, Säugetiere und Pflanzen bieten. Diese Habitate ermöglichen den Biotopverbund entlang von Gewässern und unterstützen bedrohte Arten der Roten Liste.
Einen Biber live zu erspähen, ist nicht ganz einfach. Doch Hinweise darauf entdecken Sie entlang der Riß, in der Nähe der Bahnhaltestelle Biberach Süd, im Wolfental sowie entlang der Rottum in Ringschnait.
FAQ Biber
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Für Biberach an der Riß liegen keine genauen Zahlen zu Biberpopulationen vor, da eine präzise Erfassung schwierig ist. Schätzungen für den gesamten Landkreis Biberach aus offiziellen Quellen nennen etwa 350 aktive Reviere mit rund 1.230 Bibern (Stand Januar 2024).
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Biber sind vor allem nacht- und dämmerungsaktiv. Tagsüber verbringen sie die meiste Zeit in ihren Biberburgen. In Biberach leben Biber am Schwarzbach und der Riß nahe dem Bahnhaltepunkt Biberach-Süd, bei Warthausen und zwischen Mettenberg und Ellmannsweiler wurden die haarigen Nager ebenfalls schon beobachtet.
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Sie sind Pflanzenfresser: Rinde, Zweige, Blätter, Wasserpflanzen. Im Winter lagern sie Vorräte unter Wasser.
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In freier Wildbahn leben Biber etwa 10–15 Jahre; in Gefangenschaft können sie bis zu 20 Jahre alt werden.
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Biber greifen Menschen normalerweise nicht an. Sie können jedoch durch ihre Dämme Überschwemmungen verursachen, was manchmal zu Konflikten mit Land- oder Forstwirtschaft führt.