Frostige Zeiten
Eiszeiten
Die Eiszeiten zählen zu den prägendsten Klimaphasen der Erdgeschichte und haben Landschaften, Ökosysteme und das Leben der Menschen nachhaltig geformt. Besonders in Mitteleuropa hinterließen die großen Vereisungen – die Günz-, Mindel-, Riß- und Würm-Eiszeit – deutliche Spuren, die bis heute in der Natur sichtbar sind.
Landschaftsbildende Relikte der Riß- und Würmeiszeiten prägen bis heute die oberschwäbische Landschaft.
Benannt wurden die Eis- bzw. Kaltzeiten nach Flüssen. Die Geowissenschaftler Albrecht Penck und Eduard Brückner prägten um 1900 das Schema: Günz-, Mindel-, Riß- und Würm-Kaltzeit. Diese oberschwäbischen und allgäuischen Flüsse (z. B. Riß bei Biberach) zeigen gestaffelte Terrassen – ältere höher oben, jüngere tiefer unten.
Die Riß-Kaltzeit wurde von Penck in einer Kiesgrube an der Ehinger Straße in Biberach nachgewiesen.
Die beiden letzten Kaltzeiten, die Riß-Kaltzeit (ca. 300.000–130.000 Jahre vor heute) und die Würm-Kaltzeit (ca. 115.000–11.700 Jahre vor heute), prägen bis heute die Landschaft um Biberach. Landschaftsbildend waren neben dem Klima vor allem die Gletschervorstöße des Rheingletschers.
Durchschnittlich war es damals zwischen 3 bis 5°C kälter als heute.
Typische Toteislöcher entstanden, als abgetrennte Gletscherblöcke in den Eiszeiten schmolzen und Senken hinterließen. (Bild: Toteisloch zwischen Mettenberg und Oberhöfen ist von einer Baumgruppe umgeben.)
Ebenfalls Relikte aus jener Zeit sind Findlinge, die gerade bei Tiefbauarbeiten immer wieder zum Vorschein kommen.
Die Ausdehnung der Gletscher kann man heute noch an den Endmoränen erkennen. Wälle, die sich durch die Landschaft ziehen. So endeten die Riß-Gletscher nördlich von Biberach, erkennbar an dem Wall der sich von Mettenberg Richtung Uttenweiler-Ahlen zieht.
Die Würm-Gletscher schafften es nur bis nördlich von Bad Schussenried. Aus der Endmoräne entspringt hier beispielsweise die Schussenquelle.
Diese Relikte machen Oberschwaben zu einem "Freilichtmuseum der Eiszeit".
Spuren der Eiszeit
FAQ Eiszeiten
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Eiszeit (süddeutsch) Zeitraum (vor heute) Besonderheiten Günz ca. 2,6 – 1,2 Mio. Jahre Erste große Vergletscherung in Süddeutschland Mindel ca. 450.000 – 300.000 Jahre Gletscher bedeckten große Teile Bayerns und Baden-Württembergs Riss ca. 200.000 – 130.000 Jahre Starke Vergletscherung in den Alpenvorländern Würm ca. 115.000 – 11.700 Jahre Letzte Eiszeit; Gletscher reichten bis ins Alpenvorland, prägte die heutige Landschaft Zwischen diesen Eiszeiten gab es Zwischeneiszeiten (interglaziale), in denen Klima wärmer und Gletscher zurückgezogen waren.
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Die Riß-Eiszeit wurde von Albrecht Penck und Eduard Brückner (1901–1909) nach dem Fluss Riß in Oberschwaben benannt. Die beiden Geowissenschaftler fanden im Rißtal bei Biberach typische Altmoränen als Belege für diese Kaltzeit (ca. 300.000–130.000 J. v. h.).
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Die letzte Eiszeit war die Würm-Eiszeit, die vor etwa 12.000 Jahren endete. Im Durchschnitt war es 4 bis 5° C kälter als heute.
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Eine neue Eiszeit wäre möglich, denn die Erde durchläuft natürliche Kalt- und Warmphasen. Durch den aktuellen menschengemachten Klimawandel, sollte man sich aber derzeit eher um eine Überhitzung sorgen machen.
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Während der letzten Kaltzeit war Oberschwaben eine Tundra-Landschaft. Es lebten hier Rentiere, Höhlenbären, Wölfe und natürlich Mammuts. Knochen bzw. Fossilienfunde finden Interessierte in der naturkundlichen Sammlung im Biberacher Museum.