Matthias Erzberger

Für Frieden

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Matthias Erzberger

Seit dem 1. Oktober 2024 hat Biberachs Rathaus eine neue Adresse: Matthias-Erzberger-Platz 1. Dem großen Politiker und Demokraten setzt Biberach damit ein Denkmal. 

Matthias Erzberger war einer der prägendsten deutschen Politiker der Umbruchszeit vom Kaiserreich zur Weimarer Republik. Geboren 1875 in Buttenhausen (heute Teil von Münsingen), machte er sich als Journalist und Zentrumspolitiker einen Namen. Während des Ersten Weltkriegs wandelte er sich vom Befürworter zu einem der entschiedensten Verfechter eines Verständigungsfriedens. 1918 unterzeichnete er im Auftrag der Reichsregierung den Waffenstillstand, der den Krieg beendete.

Als Reichsfinanzminister setzte Erzberger tiefgreifende Reformen durch und legte damit die Grundlage für ein modernes Steuersystem in Deutschland. Für seine politische Haltung und insbesondere für die Unterzeichnung des Waffenstillstands wurde er von radikalen Gegnern angefeindet. 1921 fiel er einem politischen Attentat zum Opfer. Heute gilt Erzberger als wichtiger Wegbereiter der deutschen Demokratie.

Wichtige Ereignisse zu Matthias Erzberger

JahrEreignis
20.09.1875Geburt in Buttenhausen (heute Stadt Münsingen, Schwäbische Alb)
1890erTätigkeit als Lehrer und Journalist
1903Wahl in den Reichstag für die Zentrumspartei
ab 1900erEnge politische und persönliche Verbindungen nach Biberach
1914Zustimmung zu den Kriegskrediten zu Beginn des Ersten Weltkriegs
1917Führende Rolle bei der Friedensresolution des Reichstags
1918Unterzeichnung des Waffenstillstands von Compiègne
1919Mitglied der Weimarer Nationalversammlung
1919-1920Reichsfinanzminister; grundlegende Steuerreformen
1920Rückzug aus der Reichspolitik; zunehmende Aufenthalte in Biberach
1921Letzte große Rede im Gasthof "Grüner Baum" in Biberach
1921Ermordung bei Bad Griesbach im Schwarzwald und Beisetzung auf dem katholischen Friedhof in Biberach
2024Aus der Adresse Marktplatz 7/1 wird Matthias-Erzberger-Platz 1

 

Brüder des ermordeten deutschen Politikers Matthias Erzberger gehen hinter dem Leichenwagen her während seiner Beisetzung am 31. August 1921 in Biberach.

Trauerzug mit dem Sarg Erzbergs durch Biberach

Gedenktafel am Rathaus Biberach

FAQ Matthias erzberger

  • Matthias Erzberger ist vor allem für seine zentrale Rolle im Ende des Ersten Weltkriegs und seine Finanzreformen in der Weimarer Republik bekannt.

    Er unterzeichnete am 11. November 1918 als Bevollmächtigter der deutschen Regierung den Waffenstillstand in Compiègne, der den Ersten Weltkrieg beendete.

  • Nein, Matthias Erzberger war kein Biberacher. Er wurde am 20. September 1875 in Buttenhausen auf der Schwäbischen Alb geboren. 
    Er war aber Zentrum-Abgeordneter für den Wahlkreis Biberach (1903–1921). Er hielt Reden in Biberach, erholte sich im Jordanbad und wurde nach seiner Ermordung auf dem katholischen Friedhof beigesetzt. Heute erinnert der Matthias-Erzberger-Platz mit Gedenktafel, die Matthias-Erzberger-Straße, die Matthias-Erzberger-Schule sowie das Ehrengrab auf dem Friedhof an den bekannten Politiker.  

  • Erzberger was Mitglied in der Deutschen Zentrumspartei.

  • Während eines Spaziergangs mit dem Zentrumspolitiker Carl Diez bei Bad Griesbach (nahe Freudenstadt) wurden sie von zwei Mitgliedern der rechtsextremen Organisation Consul überfallen. Erzberger wurde mit mehreren Schüssen (bis zu 12 Kugeln) getötet, Diez schwer verletzt.

  • In der vierfach Oscar-prämierten Neuverfilmung "Im Westen nichts Neues" von 2022 spielt Daniel Brühl die Rolle des Matthias Erzberger.

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