Gemälde von Johann Baptist Pflug

Räubergeschichten

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Der Schwarze Veri

ein Räuber aus Oberschwaben

Franz Xaver Hohenleiter, bekannt als Schwarzer Veri (auch „Schwarze Vere“ oder „Schwarzer Vere“), war ein berühmt berüchtigter Räuberhauptmann, der um 1818/19 im Dreiländereck Baden-Württemberg-Hohenzollern sein Unwesen trieb. Geboren 1788 in Rommelsried (Landkreis Augsburg), führte er eine Bande von Dieben und Vagabunden, die vor allem Lebensmittel raubte. 

Verbrechen und Bande

Die Gruppe, zu der auch „Schöne Fritz“ (Friedrich Klump) gehörte, überfiel Einödhöfe und Wirtschaften in Oberschwaben, etwa in Ostrach, Wolpertswende oder Bellamont. Ein Höhepunkt war der Überfall auf Polizeidiener Lorenz Kopf bei Mittelbiberach, bei dem dieser schwer verletzt wurde. Die schwerste Tat – Misshandlung einer alten Frau in Argenhardt – führte zu ihrer Fahndung als „gefährliche Menschen“.

Biberach an der Riß wurde 1819 Sammelplatz und Gerichtsort: Nach der Festnahme am 16. April 1819 bei der Laubbacher Mühle (Ostrach), sperrte man Veri und bis zu 73 Bande-Mitglieder in die Biberacher Türmen ein – Bürgerturm, Ehinger Tor (Siechenturm), Seelhaus und Weißer Turm.

 

Stadttor und ehemaliges Gefängnis

Legendärer Tod

Am 20. Juli 1819 schlug ein Blitz ins Ehinger Tor (Bild) ein. Der Schlag zertrümmerte den Dachstuhl und floß weiter, bis zur Metall-Kette des Schwarzen Veris, der auf der Stelle tot war. Ein Protokoll beschreibt schwere Verbrennungen; er wurde anonym im Stadtwall-Garten begraben. Dieser dramatische Tod machte ihn zur Oberschwaben-Legende und kurbelte den Verkauf von Blitzableitern an.
1877 wurde das Ehinger Tor abgebrochen.

 

Heute ist die Schwarz-Veri-Gruppe eine beliebte Formation beim traditionsreichen Biberacher Schützenfest. Sie inszeniert den legendären Räuberhauptmann Franz Xaver Hohenleiter historisch und bildet bei den historischen Festumzügen den krönenden Abschluss. 

FAQ zum Schwarzen Veri

  • "Er nimmt es den Reichen und gibt es den Armen." Was man dem englischen Volkshelden Robin Hood nachsagt, trifft für den oberschwäbischen Räuberhauptmann nicht zu. Heutige Darstellungen verklären und beschönigen das Bild jener Zeit. Viele Menschen litten damals Armut. Die Gruppe um den Schwarzen Veri stahlen vor allem Lebensmittel und Kleidung, schreckten aber auch vor körperlicher Gewalt nicht zurück. 

  • Franz Xaver Hohenleiter

  • Der Schwarze Veri starb 1819 durch einen Blitzschlag im Ehinger Tor in Biberach, da er an einer Eisenkette gefesselt war, die den Strom leitete. Viele sahen darin eine Strafe Gottes.

    Die Raubgenossen des Schwarzen Veri wurden größtenteils verhaftet; einige wurden hingerichtet, andere entkamen oder wurden später wieder gefasst.

  • Mehrere Künstler versuchten sich am oberschwäbischen Räuber. Die bekanntesten Bilder stammen vom Biberacher Genrealer Johann Baptist Pflug (1785 - 1866). Die Nationalromantische Stilrichtung unterstütze die verklärende Legendenbildung. Teilweise im Biberach Museum zu sehen.

  • Der Schwarze Veri war nicht der einzige Räuberhauptmann, der Geschichte schrieb. Erwähnenswerte Zeitgenossen waren Johannes Bückler, besser bekannt als Schinderhannes (ca. 1777–1803), ein deutscher Räuberhauptmann im Hunsrück. Mathias Kneißl (1875–1902), ein bayerischer Räuber, bekannt als Räuber Kneißl. Mathias Weber, der Fetzer, Anführer der Krefelder und Neusser Bande im Rheinland sowie die Alte Lisel, die im 18. Jh. mit ihrer Bande um den Bodensee ihr Unwesen trieb. 

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